Sonntag, 19. April 2009

Ostern und ein Tag am Strand

Ostern in Amerika ist... also nennen wir es einmal gewöhnungsbedürftig.
Wie erwartet wurde alles mal wieder ein bisschen übertrieben. Denn am Abend vor Ostersonntag mussten alle "kleinen" Osternester fein eingepackt und alle Eier versteckt werden.
Das klingt ja eigentlich ganz normal... NEIN denn die Eier sind aus Plastik und entweder mit Süßigkeiten oder kleinem Spielzeug gefüllt. Und natürlich wurden die Kinder mal wieder mit Geschenken überschüttet, für die Jungs jeweils eine Digitalkamera, für Amanda eine Barbie und dann noch für jedes Kind ein Spiel. Ich war mehr als geschockt, als Audra fragte ob sie noch Geld in ein paar Plastikeier füllen soll. Als Bradley dann am nächsten morgen ziemlich angesäuert nach ein bisschen Geld gefragt hat. 
Ich habe einfach nur die toll gefärbten, hartgekochten Eier, die im Garten versteckt werden vermisst und die dazugehörige Ostereierjagd mit meiner Schwester.
Allerdings retteten die Ostereier, die meine Mama über die Anna zu mir geschickt hat, mein Ostern ein kleines bisschen.

Ansonsten verlief die Woche ganz ruhig... bis Freitag Abend, denn zum ersten Mal kam Franzi aus Boston mich besuchen.
Wir entschieden uns für Kino am Freitag. Also auf zur Mall. Wir haben "17 again" gesehen. Der Film war ganz lustig, halt mal wieder eine seichte, amerikanische Komödie.

Der Samstag begann mit ausschlafen... und dann stand auch schon Alexander in meinem Zimmer um uns freudig mitzuteilen, dass es doch jetzt Zeit wäre zum Kindergeburtstag seines Freundes zu gehen. Danach waren wir wach, gut man müsste eventuell erwähnen, dass es bereits halb elf war. 
Und dann zum ersten mal...Breakfast at the Beach
Ich habe schnell ein paar Muffins, Erdbeeren und noch ein bisschen anderen Frühstücksspaß gepackt. Der Strand ist wirklich fast direkt vor der Haustür, also muss das auch genutzt werden.
Natürlich mussten wir unser tolles auf-einem-Stein-am-Long-Beach-Frühstück auch auf einem tollem Bild festhalten. Das stellte sich dann allerdings wieder als schwieriger heraus, denn es mussten nicht nur die Franzi und die Berit sondern auch das komplette kleine Picknick UND das Meer drauf. Also musste die Franzi mal mit ein paar Steinen kuscheln um das tolle Bild hinzubekommen.

                                             und so sah dann das fertige Ergebnis aus:

Und weil das Wetter dann doch ganz toll war und sich schon die ersten mutigen Kinder in die Fluten gestürzt haben, sind wir wenigstens ein bisschen barfuß durchs Wasser gelaufen. Bis wir dann noch irgendwo ein tolles Plätzchen im Sand gefunden haben.
Zurück ging es dann gleich über die große aufgereihte Steinreihe um noch schnell der Franzi die Mayflower zu zeigen nun a und als wir dann mit allen Outdoor-aktivitäten fertig waren, ging es noch einmal in die Mall. Und was soll ich sagen es war ein toller Tag einfach nur zum in die Luft springen : )



Diese Woche wird der Parkettboden in der Küche neu versiegelt und was macht man da? Richtig, man fährt erst mal eine Woche mit Sack und Pack in den Urlaub. Und deswegen geht es für Audra, die Kinder und mich nach Salem, nördlich von Boston. Ich habe absolut keine Ahnung was mich erwartet... 



Samstag, 4. April 2009

Endlich Besuch!

Am Donnerstag den 26.03 war es endlich so weit... nach genau 28 Wochen in Amerika sollte ich das erste mal Besuch aus Deutschland bekommen. Ich war ja soooo aufgeregt und bin an diesem Tag wirklich Punkt 6.30 Uhr aus dem Bett gesprungen.

Kurz bevor ich mich auf den Weg zum Flughafen gemacht habe, hab ich im Internet noch einmal schnell nach Annas Flug geschaut... Und da stand es... Ankunft voraussichtlich 4.15 pm. Na toll fast eine ganze Stunde später als geplant. Aber nicht desto trotz ging es von Kingston zur South Station und von dort zum Logan International Airport. Ich hab mich dann also mit Boston Creme Donut und tollem großen, selbstgebastelten, bunten ANNA Schild in den Wartebereich gesetzt und gewartet. Und nach einem Weilchen wurde der Flug gegen 3.55 pm als gelandet angezeigt. Jetzt weiß ja die Berit, dass man in Amerika nicht so einfach aus dem Flieger springt, sich einen Stempel holt und dann samt Gepäck in die Ankunftshalle marschiert. Nein man stellt sich in eine sehr lange Schlange und wartet wartet wartet bis ein manchmal netter Beamter den Pass und alles durchsucht und einen mit fragen löchert. Und aufgrund dieses Wissens hatte ich nicht vor mich vor 4.20 pm in Richtung Begrüßungsarea (oder wie man das auch immer nennen mag) zu begeben.

Ich sitze also einfach nur rum und beobachte alle anderen Menschen und träume schon von meiner eigenen Flughafen-begrüßungs-Szene im September, als ich auf einmal meinen Namen höre und es war... ANNA. Ich habs versaut! Dieser blöde Flug landete schon eine halbe Stunde eher und ich war nicht vorbereitet. Nach fast 5 minütigem Umarmen hatten wir uns dann beide aber wieder beruhigt.
Billig-Prinzenrolle gegen Amerika-Donut. Herrlich!!!


Dann haben wir uns erst einmal auf den Heimweg gemacht. Zu Hause angekommen ist Boo erstmal total ausgeflippt und Anna hat die Herzen von Bradley und Alexander im Sturm erobert.

Für Freitag stand Boston auf dem Programm. Wir haben uns für eine Duck-Tour entschieden. Also schnell Karten gekauft und hinein in unser lila Gefährt.
Und nachdem wir dann alles von Bostons Straßen aus bestaunt haben ging es einfach mal so in den Charles River hinein. Denn vom Wasser aus hat man schließlich auch eine gute Sicht.
Und da wir dank des Duck-Tour Tickets günstiger ins Bostoner Science Museum gehen konnten, wurde das kurzerhand noch schnell in unseren engen Zeitplan gequetscht. Es war ganz lustig aber irgendwann hats auch gereicht und wir haben uns wieder auf den Heimweg gemacht.

Denn Samstag morgen hieß es erst einmal packen für New York City. Gegen mittag machten wir uns auf um noch einmal Boston zu erkunden. Wir haben uns von American Eagle zu Urban Outfitters und Abercrombie&Fitch gekämpft und haben das getan, was wir doch am besten können... shoppen.
Nicht gerade der cleverste Tag aber egal.

Die Fahrt zum Hostel, in dem wir die Nacht zum Sonntag verbracht haben, gestaltete sich dann schon ein bisschen schwieriger. Die Haltestelle, an der wir aussteigen wollten kam einfach nicht... nach einer ganzen weile sind wir dann einfach ausgestiegen und haben uns durchgefragt. Man hätte ja einfach mal nachdenken können, dann hätten wir vielleicht auch rausgefunden, dass sich die Church Street in der Nähe von 2 großen Kirchen befindet. *hust*
Aber im Hostel gings weiter. Nach sämtlichem Einchecken wurde uns unser Schlüssel gegeben. Aus irgendeinem Grund hab ich ein paar Probleme mit den Zahlen gehabt und bin mit dem Schlüssel für Zimmer 39 geradewegs auf Zimmer 34 zugelaufen. Die Anna hatte überhaupt keine Chance irgendetwas zu sagen. Natürlich wundere ich mich auch noch warum sich dieser blöde Türknauf nicht bewegt. Aber nach ein bisschen Gewalt und rütteln ging die Tür auf einmal auf. Tadaaa!
Naja den ganzen Fehler haben wir bemerkt als wir die besagte Tür einfach nicht mehr aufbekommen haben und der nette Mensch uns helfen musste. 
Was dieser Mensch gedacht hat, wollte ich auch lieber nicht wissen. Zum Glück sind wir am Sonntag morgen halb 6 schon wieder los.
Denn es ging zum Bus der uns pünktlich um 12 Uhr in New York absetzte. Und sofort wurde ich zurück versetzt in diese abartig kalte Silvester Nacht... aber diesmal ging es mit der Kälte und die Sonne hat auch fast geschienen.
Da das Wetter jetzt nicht soooo toll war sind wir erst mal ins Hostel gefahren um unseren ganzen Kram abzugeben. Und danach stand mal ein bisschen Kultur auf dem Programm, denn was macht man an einem verregneten Sonntag Nachmittag? Richtig man geht ins Museum.
Wir entschieden uns für das American Museum of Natural History. 


Dann noch ein bisschen auf der 5th Avenue langschlendern und zurück ins Hostel. Auch dort hatten wir mal wieder Türprobleme. Die Zahlen stimmten, nur konnte uns das Schloss dieses mal nicht leiden. Naja nach ewigem hin und her rennen und nachfragen hat uns dann eine Angestellte aus dem benachbarten! Hostel geholfen.
Den Stadtplan auf dem Bett ausgebreitet und besprochen was wir uns am nächsten Tag alles ansehen wollen und schon ging es ins Reich der Träume.

Denn am Montag hieß es extreme-sightseeing.
Nach einem kleinen Frühstückchen bei Starbucks ging es mit der tollen Subway eimal bis an den Südzipfel Manhattans. Von dort aus nahmen wir die Staten Island Ferry. Wir haben den ganzen Spaß am Neujahrsmorgen zwar schonmal gemacht, aber so einfach und günstig bekommt man die Statue of Liberty und die Skyline von Manhattan einfach nicht zu  sehen.
Dann zur Wall Street, Ground Zero und zum Empire State Building. Zwar konnten wir dank unserer online gekauften Tickets eine der drei Schlangen überspringen, warten mussten wir trotzdem ewig und ganz oben sind wir dann fast weg gepustet worden. Aber die Aussicht war grandios. 
Nun da die Füße schon etwas schwerer wurden und der Magen sich meldete wurde kurzerhand Pause gemacht. Das SCHWARZBROT! aus Deutschland ausgepackt und mittag gegessen.
Hinterher mussten wir noch einmal die 5th Avenue entlang, denn die liebe Anna hat am Montag morgen einfach die gesamten Bilder von ihrer Speicherkarte gelöscht.
Jetzt weiß sie auf jeden Fall, dass man nicht ohne weiteres "OK" bei "Karte formatieren?" drückt : )
Also um wie gesagt alle Bilder wieder zu bekommen mussten wir noch einmal 5th Ave und Times Square abarbeiten...
Von dort aus ging es zur Grand Central Station und zum UNO Gebäude. Dort waren wir dann aber schon soooo erledigt, dass wir uns einfach nur bis zur nächst besten Parkbank schleppen konnten. 
So ca. 30 min später haben wir kurzerhand den Bus zurück genommen und am Central Park ausgestiegen. Sehr sehr toll dort. Ich fande es wirklich schade, dass wir nicht mehr Zeit hatten.

Der Dienstag war eigentlich nicht ganz so spektakulär, aufstehen, frühstücken und in Bus zurück nach Boston.
So jetzt aber erstmal genug geschrieben, hier kommen die Bilder :






Ich war auch noch am Mittwoch voller Tatendrang und wollte Anna Plymouth zeigen... aber Nein... sie wollte nicht.
Ich möchte jetzt hier nicht so tun als ob sie ein Welt-Highlight verpasst hätte, aber Plymouth ist eine schnuckelige kleine Stadt.
Wir sind stattdessen mal schnell die 10 min bis zum Long Beach gelaufen. Leider war das Wetter mal wieder nicht sooo der Hammer, aber ein Strand ist für mich sowieso bei fast jedem Wetter schön.
Anna hat auch einige Veränderungen im Leben unseres Hundes zu verantworten... denn dank ihr, kam er das erste mal seit einer wirklich langen Zeit mal wieder vor die Tür. Nicht immer nur in den Garten, irgendwo haben wir eine Leine hervorgewühlt und los ging es.
Dieser Arme Hund ist so etwas ja leider überhaupt nicht gewöhnt, also hat er uns nur durch die Gegend gezogen und war total überwältigt von den ganzen neuen Eindrücken.
Aber ich war mit ihm jetzt auch schon ein paar mal unterwegs.
Am Mittwoch Abend wurde zum ersten mal die Deutsche Kochkunst unter Beweis gestellt. Es gab original Bambes mit Apfelmus!
Herrlich, die Kinder und der Rest der Familie war jetzt nicht so begeistert, aber das war kein Problem, denn so blieb mehr für mich und Anna : )

Am Donnerstag hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen. Ich habe Anna wieder zum Flughafen gebracht und wir haben noch ein bisschen Spaß gehabt.
Ja und dann die letzte Umarmung... da waren wir noch ganz tapfer aber später sind wir beide ein bisschen zu traurig geworden und ein paar Tränen sind gekullert.
Aber in 5 Monaten und 2 Tagen seh ich sie ja schon wieder... wie natürlich auch alle anderen.
Aber diese Zeit dahin werde ich noch voll ausnutzen.
Alles in allem hatte ich eine wundervolle Zeit mit Anna und auch meine Familie hat sich total in sie verliebt, Alexander fragt immer noch ob es ihr jetzt wieder besser geht (sie hatte eine kleine Erkältung am letzten Tag)

In 2 Wochen haben die Kids Ferien und wir müssen aus dem Haus raus, da der komplette Parkett-Fußboden in der Küche neu versiegelt wird. Na mal sehen wo es uns da hinverschlägt.

Auf Ostern bin ja auch schon sehr gespannt. Mir wurde es so beschrieben: Plastikeier im Garten suchen und dann Osternester mit kleinen Geschenken im Haus.
Die Bedeutung von klein muss ich allerdings noch rausfinden.

Ach ja und da ich glaube noch nicht einmal richtig über die Absurditäten des amerikanischen Alltagslebens geschrieben habe ich diesen Part gleich mal an Anna abgetreten.
Also zum ersten mal ein Gastschreiber auf meinem Blog:

Da ich (Anna) das erstemal in den USA war, sind mir auch gleich einige Kuriositäten aufgefallen...es gibt keine normalen Türklinken wie bei uns, sondern Knaufe zum Drehen. Die stellen aber nicht so ein Problem dar wie das pergamentartige Klopapier, bei dem sich erstmal überlegen muss ob nun Falten oder Knüllen besser und schneller ist! Und da wir einmal auf der Toilette sind, gehts auch gleich mit der Klospühlung weiter: das sind alles solche Vakuumspühlungen, so wie wir sie von Zugtoiletten und Bussen kennen. Eine sehr sehr komische Sache, aber man gewöhnt sich an alles.

Weiter gehts in den Supermarkt...am Eingang steht ein Regal mit Scannern, die man sich mit nehmen kann und dann alles selbst einscannt was man in den Wagen legt. An der Kasse gibt man dann den Scanner ab und bezahlt, ohne dass nochmal von der Kassiererin kontrolliert wird. Da kann man doch übelst bescheißen, oder? Aber ich fand's lustig mit dem Scanner durchs Geschäft zu rennen. Ach ja, in Fashionstore kann man auch nicht einfach so in die Umkleide gehen. Nein, man muss seine Bügel mit Hosen, T-shirt, etc. erstmal dem Umkleiderverantwortlichen geben, der dann für einen eine freie Kabine sucht und findet. Dann legt er die Sachen rein und wünscht dir viel Spaß!!! Als ob ich nicht selbst schauen kann wo was frei ist...aber alle sind wirklich sehr freundlich!

Was mir erst nach 2 Tagen aufgefallen ist, dass man niemanden mit Zigaretten in der Öffentlichkeit sieht. Nur auf der Wall Street in New York sind die Börsenmakler mit Kippe im Mund auf der Straße rumgerannt. Das finde ich persönlich aber total toll, zu mal keine Kippenstummeln auf der Straße liegen. Generell ist es in den Städten, also Boston und New York die ich gesehen habe, sehr sauber. Ich hatte mir es doch sehr dreckig vorgestellt und war überrascht. Allerdings laufen auch immer Reinemachleute rum, aber so viel haben die gar nicht wegzumachen.

Als wir in New York auf der 5th Ave langgeschlendert sind überkam mich der Hunger und ich hatte noch einen Apfel dabei. Und wie ich so überm Essen war, kam ich mir irgendwie komisch vor. Ich glaube, wäre der Apfel ein Burger gewesen, hätte ich mich nicht so beobachtet gefühlt...hab dort nie jemanden obstessend gesehen. Aber in Berits Gastfamilie gab's auch Erdbeeren, Melone und Salat! Es sind auch nicht alle so fett wie man sich das so vorstellt. Eigentlich ganz normal so wie hier...Dicke und Dünne!